Dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) scheint das deutsche Erziehungswesen noch überfinanziert zu sein.
In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt schlug er als Sparmöglichkeiten die Prüfung „etwa der Garantie eines Betreuungsplatzes für Kinder unter drei Jahren“ vor. „Wir müssen prüfen, ob das noch finanzierbar ist. Ein weiteres Feld sei die Bildungspolitik.“
Erst im Sommer vergangenen Jahres waren bundesweit ErzieherInnen im Arbeitskampf gewesen um für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen zu streiken.
Die hessische Kultusministerin Dorothea Henzler verkündete vor kurzem erst die geplante Einsparung von über 70 Millionen Euro an hessischen Schulen und Universitäten. Aus diesem Grund protestierten Anfang Mai 2010 über 10.000 Lehrende und Lernende in Wiesbaden.
Während die schwarz-gelbe Regierung einerseits Steuersenkungen für die Besserverdieneden verspricht und andererseits Steuergelder in marode Banken steckt um ein ebenso marodes Wirtschaftssystem zu erhalten, muss irgendjemand die Zeche zahlen.
Kleinkinder bieten sich dafür natürlich an, da sie weder über soviel Geld verfügen wie die Hotellobby, noch demonstrieren können wie die Studierenden. Doch Koch macht einen Denkfehler, denn die Eltern werden sich an den Wahlurnen bereits bei den Kommunalwahlen 2011 für diese zukunftstötende Politik bedanken. Außerdem gibt es ja immer noch ältere Geschwister, die auf die Barrikaden gehen können...
Gerade der Ausbau von Kita-Plätzen ist ein wichtiges Projekt. Kitas fördern die soziale Kompetenz der Kleinen sowie die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Genau so wichtig ist sie für Eltern, die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen und keine Möglichkeit haben, ihre Kinder mit auf die Arbeit zu nehmen.
Die Linksjugend ['solid] Hessen lehnt Kürzungen im Bildungswesen grundlegend ab und fordert mehr Investitionen gerade im Bereich von Schulen und Kindergärten. Die Erkenntnis, dass gespart werden muss, ereilt den Ministerpräsidenten ja erst sehr spät und wir begrüßen dies. Wir fordern jedoch das Geld von den Besserverdienenden zu nehmen, beispielsweise über die Einführung einer Millionärssteuer und einer Transaktionssteuer.
Wir bemühen uns in der kommenden Bildungsstreikwelle, die im Juni in die heiße Phase eintritt, auch die Interessen derer zu vertreten, die dies noch nicht selbst können und hoffen, dass die Landesregierung Vernunft annimmt.
