Traumjob: Bundeswehr!

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Was macht die Bundeswehr hier auf dem Hessentag?

Ein Spaß für Jung und Alt: die Angebote der Bundeswehr auf dem Hessentag!
Doch das fröhlich-freundliche Bild, das die Bundeswehr hier zu vermitteln versucht, widerspricht der militärischen Realität in Afghanistan und anderswo absolut.
Eine der zentralen Fragen, die immer wieder in den Medien auftaucht, ist „Was passiert, zögen wir die Armee aus Afghanistan ab?“ Es heißt dann meist, ein Rückzug führe ins Chaos und zum Schutz der afghanischen wie der deutschen Bevölkerung müsse der Einsatz fortgeführt werden. Wir aber zweifeln stark an dem Nutzen des aggressiven Vorgehens in Afghanistan oder in Krisengebieten allgemein. Wir denken, dass die Bundeswehr ein grundsätzlich falsches Mittel der Außenpolitik ist: Statt „Freiheit und Demokratie“ zu bringen, bessert sich durch militärische Einsätze fast nichts. Und ein Panzer ist das denkbar Unproduktivste, was es gibt – denn er zerstört nur und kostet dabei Unsummen.
Warum aber ist die Bundeswehr dennoch so anerkannt? Aufgrund des krassen Ausbildungsplatzmangels gerade in Ostdeutschland sind viele Jugendliche empfänglich für das Buhlen des Militärs durch Jugendoffiziere an Schulen: In den neuen Bundesländern leben 20% der Gesamtbevölkerung Deutschlands, jedoch 70% aller deutschen Soldat_innen in Afghanistan! Die Bundeswehr mit ihrem militärischen Drill bietet aber bestenfalls eine Scheinidentität – Selbstbestimmung ist dort nicht zu erreichen. Daher fordern wir: Keine Jugendoffiziere an Schulen!
Auch für die Gesellschaft in der Bundesrepublik hat der Bundeswehreinsatz in Afghanistan schwerwiegende Folgen: Soldat_innen kehren häufig mit posttraumatischen Belastungsstörungen aus ihren Einsätzen zurück und können das Erlebte nicht bewältigen. Die Kosten des Einsatzes sind horrend und stehen in krassem Missverhältnis zu real stetig sinkenden Ausgaben etwa für Bildung und soziale Leistungen. Die zur Rechtfertigung des Einsatzes notwendige Militarisierung der Gesellschaft durch Bildungsinstitutionen und Medien fördert autoritätshöriges Handeln und damit eine rechte Tendenz der Gesellschaft.
Nichtsdestotrotz besteht eine große Faszination, wenn es um Militär und Bundeswehr geht. Diese wird weiter geschürt durch eine Vermischung des Militärischen mit kinderfreundlichem Hurra-Angebot – die netten Jungs von nebenan verteidigen „unsere westlichen Werte“ in Afghanistan. Nein! Weder werden „unsere Werte“ verteidigt, noch ist Militarismus cool: Die Bundeswehr muss weg – vom Hessentag, aus den Schulen und überhaupt!